In den letzten Jahren erfahren die IT-Landschaften von Unternehmen einen immer größeren Druck auf notwendige Veränderungen. Dies hat mehrere Gründe:

  • Die Digitalisierung des Businesses von Firmen führt zu einem Bedarf an schnellen und größeren Änderungen sowie Erweiterungen in der IT-Landschaft
  • Die Cloud verspricht viele Vorteile, aber die vorhandenen, veralteten Technologien verhindern eine Nutzung
  • The ‘war of talents’ verlangt nach der Nutzung von modernen Technologien, um Talente im Unternehmen zu halten oder einstellen zu können

Für ältere IT-Landschaften bedeutet dies häufig eine komplette strategische Neuausrichtung mit dem Focus, eine Zielarchitektur zu definieren und einen Plan für die Transformation der IT-Landschaft aufzustellen. Damit die Vorteile der modernen Technologien und Organisation (Cloud-Technologie, DevOps) schnell genutzt werden können, müssen Handlungsfelder priorisiert werden und die Umbauschritte mit dem Projektportfolio und dem Enterprise Architecture Management (kurz EAM) verzahnt werden. Ziel des Planungsprojektes ist die Definition einer Zielarchitektur, eine allgemeine Vorgehensweise sowie eine Roadmap, mit deren Hilfe die IT-Landschaft schrittweise in den nächsten Jahren umgebaut werden kann und dabei möglichst schnell Benefits hinsichtlich der anfangs genannten Punkte erreicht werden.

In diesem Beitrag werden zunächst die Ausgangslage und die Ziele eines Planungsprojektes erläutert. Dazu schlagen wir eine an die DDD angelegte Methodik vor: Domain Driven Transformation, eine Methodik, in der DDD mit Methoden des EAMs und Projektmanagement kombiniert werden. Im Kern liegt die Definition von Bounded Contexts und einer Context map, die zum Bedarf des Business passt und mit der derzeitigen IT-Landschaft abgeglichen werden kann. Aus dem Abgleich entstehen Handlungsfelder, die priorisiert und in eine Roadmap aufgenommen werden. Um überhaupt zu einem guten Aufsatzpunkt für DDD zu kommen, muss der Soll-Bedarf des Business definiert werden. Dazu werden capability maps, Prozesslandkarten und Business strategien analysiert und damit die gesamte zu betrachtende fachliche Welt aufgespannt. In diesem aufgespannten Feld, dienen Domain stories dazu, die fachliche Welt näher zu definieren. In einem spiralförmigen Prozess aus business capabilities, Prozesslandkarte und Domain stories wird das Feld tiefer erschlossen und Subdomänen erkannt. Die daraus definierten Bounded Contexts werden zusammen mit make-or-buy Entscheidungen zu einer Zielarchitektur zusammengefasst und mit der IT-Landschaft abgeglichen. Die Handlungsfelder umfassen Redesign Vorhaben von Applikationen, Modernisierungen, Entrümpelung von nicht mehr benötigten System(teil)en sowie Abschaltung und Einführung von Kaufsoftware zusammen mit der notwendigen Integration.

Der Umbau der IT-Landschaft ist eine über mehrere Jahre andauernde Prozess, der im Sinne einer gesteuerten Evolution immer wieder vom Business Bedarf über die Zielarchitektur bis zur Priorisierung angepasst werden muss. Die Dokumentation und das Handwerkszeug aus dem obigen Vorgehen eignet sich gut, die Zielarchitektur und die Priorisierungen auf dem Weg der Transformation anzupassen.

Sprecher

Dr. Sönke J. Magnussen begann seine Karriere nach Studium und Promotion der Informatik bei der Deutschen Lufthansa als ABAP & Java Entwickler sowie als Softwarearchitekt. Als Manager verantwortete er mehrere Teams für den Betrieb und die Weiterentwicklung von IT-Landschaften. Im Rahmen dieser Führungsfunktionen leitete er mehrere Digitalisierungsvorhaben sowie Redesign- und Einführungsprojekte für die Neuausrichtung von IT-Landschaften auf Digitalisierungs- und Cloud-Strategien. Als IT-Architekt und Consultant bei der WPS – Workplace Solutions hilft er jetzt Teams, IT-Landschaften auf die Zukunft auszurichten.

Henning Schwentner liebt Programmieren in hoher Qualität. Diese Leidenschaft lebt er als Coder, Coach und Consultant bei der WPS – Workplace Solutions aus. Dort hilft er Teams dabei, Ihre gewachsenen Monolithen zu strukturieren oder neue Systeme von Anfang an mit einer tragfähigen Architektur zu errichten. Häufig kommen dann Microservices oder Self-Contained Systems heraus. Henning ist Autor von »Domain Storytelling – A Collaborative Modelling Method« und dem www.LeasingNinja.io sowie Übersetzer von »Domain-Driven Design kompakt«.

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