Der Hamburger Hafen hat in vielen Bereichen eine sehr gute Computerunterstützung. In anderen noch nicht: Ohne IT-Unterstützung lief bisher die Simulation von Schiffsmanövern (wie das Ein- und Auslaufen im Hamburger Hafen) ab. Um dies zu verändern, musste die traditionelle „Lineal-Stift-und-Papierkarten-Lösung“ durch ein Softwaresystem ersetzt werden. Softwareanwendungen scheiterten bisher daran, dass nur Maus und Tastatur als Eingabewerkzeuge zur Verfügung standen. Diese waren für die Aufgabe aus Sicht der Nautiker nur schlecht geeignet und der traditionellen Lösung unterlegen.

Multi-Touch-Screens in Tischgröße bieten heute völlig neue Interaktionsmöglichkeiten, die nun auch die Schiffsmanöversimulation digitalisierbar machen. Durch Gesten lässt sich Software so steuern, dass Schiffsmanöver intuitiv und schnell ausprobiert werden können – auf dem digitalen Peiltisch! Dieser Tisch stellt die Hafenkarte mit den Tiefendaten der Elbe dar, den so genannten Peilplan. Mit den Fingern kann der Peilplan verschoben und vergrößert oder verkleinert werden, ähnlich wie man es vom Smartphone oder Tablet-Computer kennt.
Die bisher aus Pappe ausgeschnittenen Schiffsilhouetten werden als Umrisse dargestellt, die sich mit den Fingern über die Karte navigieren lassen. Da auch die Form des Unterwasserschiffs und der Tiefgang berücksichtigt werden, lassen sich Gefahrensituationen bei Manövern interaktiv signalisieren. Die vorher „dumme“ Karte aus Papier wird also selbst digital und „smart“.

In diesem Vortrag zeigen wir, wie die Papierlösung durch einen Multi-Touch-Tisch auf Windows-10-Basis mit C# und .NET ersetzt wird. Eine große Hilfe war das Vorgehen nach Domain-driven Design. Wir betrachten auch Cross-Plattform-Aspekte; die darunterliegende Server-Infrastruktur ist in Java implementiert und mit REST angebunden.

Der Vortrag wird im Lessig-Style gehalten.

Sprecher

Henning Schwentner liebt Programmieren. Diese Leidenschaft lebt er als Software-Architekt und Berater bei der WPS aus. Seine Projekte sind agil und in Programmiersprachen wie Java und C# aber auch ABAP. Ihn interessieren die Evolution von Programmiersprachen, langlebige Softwarearchitekturen und große Refactorings.

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