Dies ist der letzte Beitrag unserer Blogreihe über die Deutsche Gebärdensprache. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie das Wohlbefinden einer Person erfragt werden kann.

Wenn Sie erst jetzt auf die DGS aufmerksam geworden sind, schauen Sie sich doch zunächst den ersten Teil unserer Blogreihe an.

Wir freuen uns, dass Sie mit uns zusammen die DGS gelernt haben. Für Feedback und Anregungen zu dieser Reihe kontaktieren Sie uns gerne unter info@delegs.de.

Nach dem Wohlbefinden fragen

Das Wohlbefinden wird in den meisten Fällen durch die Frage “Wie geht’s?” erfragt:

Während im Deutschen die Frage “Wie geht es dir?” aus vier Wörtern besteht, wird diese Frage inhaltlich durch eine einzige Gebärde dargestellt. Ähnlich wie bei der Frage “Wie alt bist du?” aus dem vorangegangenen dritten Teil dieser Blogreihe, findet auch hier eine Verschmelzung der Wörter “wie” und “gehen” statt. Deshalb wird das Fragewort “wie” nicht gesondert am Satzende ausgeführt. Wieder ist es beim Fragen wichtig die Augenbrauen nach oben zu ziehen, damit deutlich wird, dass es sich um eine Frage handelt.

Neben der Frage “Wie geht’s?” kann mittels “Du gut du?” das Wohlbefinden erfragt werden:

Das Wohlbefinden auszudrücken kennt viele Facetten. Für eine kurze Konversation dürfte in den meisten Fällen jedoch ein “gut” oder “schlecht” als Antwort passend sein:

Fakten über Gehörlose

Bisher haben wir viel über die Gebärdensprache berichtet. Nun folgen drei spannende Einblicke in das Selbstverständnis von Gehörlosen.

Als gehörlos wird in der Regel jemand bezeichnet dem das Hörvermögen vollständig oder weitestgehend fehlt und bei dem technische Hörhilfen den Hörverlust nicht ausgleichen. Durch die Gebärdensprache können Gehörlose uneingeschränkt und natürlich kommunizieren. Gehörlose betrachten sich deshalb nicht als behindert, sondern als sprachliche und kulturelle Minderheit.

Ein großer Irrtum ist, dass Gehörlose „Lippenlesen“ können. Lippenlesen ist enorm schwierig, wenn nicht sogar fast unmöglich. Viele Laute (wie zum Beispiel: G, K, R) ähneln sich sehr stark, was die Unterscheidung erschwert. Von den insgesamt 30 deutschen Lauten sind nur 11 visuell eindeutig zu erkennen. Das bedeutet, dass selbst unter optimalen Bedingungen nur etwa 30% des Gesprochenen von den Lippen ablesbar ist.

Vielen Gehörlosen fällt das Lesen und Schreiben der deutschen Schriftsprache schwer. Ein Grund ist, dass sie durch ihre Hörschädigung die Lautsprache über das Ohr nicht erfahren können und somit kein “Sprachgefühl” entwickeln können. Vergleichen sie die Situation mit dem Erlernen von chinesischen Schriftzeichen, ohne deren Aussprache zu kennen. Eine enorme Herausforderung!

Nun werden Sie verstehen, wie wichtig es ist anzuerkennen, dass eine mangelnde Schriftsprachkompetenz nie einen Rückschluss auf das Leistungsvermögen oder die Intelligenz einer gehörlosen Person zulässt.

Gratulation! Sie können nun erfolgreich Ihren Namen, Wohnort, Alter und Ihren aktuellen Gemütszustand gebärden. Zudem haben Sie viel über gehörlose Menschen gelernt.
Nehmen Sie sich nun etwas Zeit, um Ihr Wissen spielerisch zu vertiefen. Unser Team hat für Sie einige Lernspiele bereitgestellt.
Wie wäre es zum Beispiel mit einer Partie unseres Gebärdenschrift Online-Memospiels?