software@work 2017

software@work 2017

Wenn eine Konferenzreihe zur anwendungsorientierten Softwareentwicklung in die 19. Runde geht, was kann sie dann noch Neues bringen?
Die software@work 2017 hat am 17. November im Hafenclub Hamburg darauf eine Reihe von interessanten Antworten gegeben.

  • Agiles Vorgehen in einer großen Firma hat sich auch für komplexe Projekte etabliert und allen wasserfallartigen Ansätzen gegenüber als überlegen gezeigt, stellte Harald Huber von Kühne + Nagel in seinem Vortrag fest.
  • Leitstandtechnologie für heterogene, verteilte Systeme ist nicht nur im Bereich Anlagensteuerung spannend. Wir haben in diesem Bereich Architekturen entwickelt, die sich sehr gut für Lagebilder und die Einsatzplanung organisatorischer und sozialer Prozesse (Katastrophenschutz, Baustellenplanung) verwenden lassen. Jörg Penning vom DESY hat am Beispiel von XFEL gezeigt, dass dabei fachlich sehr komplexe Aufgaben an hochspezialisierten Arbeitsplätzen unterstützt werden sollen. Dort ist eine klassische Anforderungsanalyse zum Scheitern verurteilt. Nur agiles und iteratives Vorgehen hilft.
  • Prototyping ist ein etabliertes Verfahren; mittlerweile haben sich noch viel leichtgewichtigere Methoden wie Papier-Mockups, Entwurfshandskizzen und die spielerische Vorgehensweise, z.B. im Creative Space for Technical Innovation (HAW), bewährt. Dazu gab es von Prof. Dr. Kai von Luck (HAW), Sandra Bochmann und Dr. Stefan Hofer (WPS) gleich zwei Beiträge. Auch Gamification und Spracheingabe bieten neue Benutzungsmodelle, die laut Merlin Sewina und Jason Wilmans noch erprobt werden müssen.
  • Neben der an Arbeitsplätzen und Aufgaben orientierten Fachlichkeit wird die Benutzbarkeit von Anwendungssoftware immer wichtiger. Neue Interaktionsmedien und –technologien, etwa mit Multi-Touch-Tischen, sind die Basis. Entscheidend sind dort aber die richtigen Visualisierungstechniken, die georeferenziert und mit intuitiven Grafikelementen und Gestensteuerung komplexe Sachverhalte zugänglich machen. Dazu haben Till Nagel (HS Mannheim) und Dr. Eugen Reiswich in ihren Vorträgen hingewiesen.
  • Dies alles ist die Grundlage, auf der weitreichende Digitalisierungsprozesse in Organisationen aufsetzen. Hier liegt der Schwerpunkt auf veränderten Arbeitsabläufen, in denen Kooperation und Kommunikation im Vordergrund stehen. Neu ist, dass mittlerweile Softwaresysteme diese Kommunikations- und Kooperationsprozesse gezielt unterstützen können, wie Christoph Heel (LSBG) und Dr. Carola Lilienthal herausstellten. Das bedeutet, dass die jeweils für Gruppendiskussionen, Entscheidungen und gemeinsame Auswertungen notwendigen Informationen fachlich selektiert, verdichtet und geeignet, z.B. auf einem Touchtisch oder einer Videowall, präsentiert werden.
  • Neuland haben wir auch in den Bereichen Strategieentwicklung und Öffentlichkeitsbeteiligung betreten:
    • Am Beispiel der Ausbaupläne für die Fahrradwege in Hamburg machte die Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue klar, dass die Öffentlichkeit gezielter beteiligt werden kann als durch offene Chats oder Beiträge auf einer sozialen Plattform. Die direkte Darstellung von aktueller Situation und geplantem Ausbau des Fahrradnetzes in Hamburg auf einer interaktiven Karte, auf der auch Baupläne und Bilder dargestellt werden, ermöglicht eine konstruktiv kritische Diskussion mit den verschiedenen Beteiligten in Bürgerforen oder Informationsveranstaltungen.
    • Einen neuen Weg geht das PMO-Tool für die ITS 2021. Hier werden, wie Sascha Westermann (Hochbahn) verdeutlichte, Digitalisierungsstrategien erst mit den verschiedenen Akteuren entwickelt und schrittweise durch Projekte konkretisiert, die selbst wieder koordiniert und gesteuert werden müssen. Sehr spannend ist, dass ein Managementtool für diese sehr offene Aufgabenstellung parallel zur eigentlichen ITS-Strategie entwickelt wird.

In den letzten Jahren sind Themen und Technologien aufgekommen, die schrittweise erst in F&E Projekten und dann in professionellen Anwendungen umgesetzt werden. Die s@w 2017 hat gezeigt, dass die WPS diese Herausforderungen mit ihren Kunden und Partnern annehmen und passend zum Motto „Business-Software, die Spaß macht!“ realisieren kann.

2018-08-21T20:02:02+00:0020. November 2017|