KI & Digitalisierung
Was ist ein Second Brain eigentlich, und warum mit KI?
Wozu brauche ich eigentlich ein Second Brain? Reicht mein eigenes Gehirn dafür nicht mehr aus? Diese Frage stelle ich mir seit ich immer mehr mit KI-Agenten arbeite selbst.
Die Antwort hat weniger mit meinem eigenen Gedächtnis zu tun als damit, was eine KI eigentlich braucht, um wirklich mitzudenken.
Wozu ein Second Brain, wenn ich schon ein Gehirn habe?
Wissen speichere ich ganz normal auch in meinem eigenen Kopf, das war nie das Problem. Seit ich aber immer mehr mit KI-Agenten arbeite, ist mir etwas anderes klar geworden: Ich musste mir merken, was ich selbst weiß, und zusätzlich, was ich der KI schon erklärt hatte, damit ich es nicht bei jedem Gespräch neu aufrollen musste.
Dazu kam ständig neues Wissen dazu, oft zu viel, um es sofort zu behalten. Gerade bei Fachthemen setzt sich Wissen bei mir erst durch Wiederholung fest. Genau dafür habe ich mir eine eigene Lernrunde gebaut, in der mich die KI direkt aus meinem Second Brain abfragt, ganz ohne separate Karteikarten-App.
Wessen Wissen ist das eigentlich?
Daraus wurde für mich eine Frage: welches Wissen gehört wohin, in meinen eigenen Kopf oder ins Second Brain? Angefangen habe ich damit, mir selbst Wissen zwischenzuspeichern und es später gezielt wieder abzurufen, mittlerweile über 500 miteinander verlinkte Notizen in gut sieben Wochen.
Je mehr ich aber auch die KI damit arbeiten ließ, umso klarer wurde mir: Die KI hat den viel größeren Nutzen davon. Sie baut auf bestehendem Wissen auf und behält über mehrere Gespräche hinweg Details und Entscheidungen, weil ich das selbst so ins Brain schreibe, nicht weil sie von sich aus etwas behält.
Context Engineering: was die KI wirklich braucht
Das ist im Kern das, was in der KI-Szene Context Engineering genannt wird, die Frage, welche Informationen überhaupt in den Kontext einer KI wandern, bevor sie eine Aufgabe bearbeitet.
Was ich mit meinem Brain mache, ähnelt einem Konzept, das Andrej Karpathy als LLM Wiki beschrieben hat: ein Sprachmodell pflegt selbst ein Wiki und hält es aktuell, statt die Antworten bei jeder Anfrage neu aus den Rohquellen zusammenzusetzen. Mein Second Brain übernimmt für meine KI genau diese Rolle.
Wie ich mein Brain tatsächlich fülle
Im Alltag halte ich fest, mit wem ich worüber gesprochen habe, welche Themen als Nächstes anstehen und welche Gedanken mir dazu kommen. Ich gebe einfach ein, was mir gerade im Kopf ist, die KI sortiert es an die richtige Stelle in meinem Vault.
Diese kleine Routine sorgt dafür, dass mein Brain wächst, ohne dass ich mir selbst Gedanken über die richtige Ablage machen muss.